Zwanzig Minuten wie im Rausch….

Kängurus siegen souverän mit 26:19 bei TUS Königsdorf II.

Armins Mannen hatten bisher in dieser noch jungen Saison wahrlich noch keine Bäume ausgerissen. 4 Niederlagen in 5 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Selbst beim 28:26 über den aktuellen Vorletzten MTV III stand Trainer und Zuschauern bis zum Schlußpfiff der kalte Angstschweiß auf der Stirn. Aber welche der vier Niederlagen man auch nimmt – sie alle kamen eigentlich nicht wegen der fehlenden Klasse der Mannschaft, sondern vielmehr wegen der großen Zahl der fehlenden Stammspieler zustande. Das Heimspiel gegen den derzeitigen Tabellendritten TUS Opladen III (19:23) mußte zum Beispiel u.a. ohne Max Peter, Guido Brock, Max Jentschke und Lars Werlich ausgetragen werden und stand dennoch bis weit in die 2. Hälfte hinein auf Messers Schneide. Zwei der Genannten – egal welche – hätten auf jeden Fall genügt, um Opladen die 2. Saison-Niederlage beizufügen. Und beim 18:30 bei FORTUNA II stand gar die halbe Zweite auf dem Parkett. Kein Wunder, daß das gegen die komplette letztjährige Landesliga-Truppe der Gastgeber in die Hose gehen mußte.

Diesmal aber war alles anders: zum ersten Mal in dieser Saison konnte der von seiner Herz-OP überraschend früh genesene Känguru-Trainer Armin Pennartz bis auf Max Jentschke und Bert Thielen seine komplette Truppe aufbieten. Und wozu die fähig ist, demonstrierten sie gleich zu Anfang in einer 20-minütigen Handball-Gala, wie man sie seit vielen Jahren nicht mehr von ihr gesehen hat. Angeführt von ihrem dynamischen Spiellenker Thomas Stumpp nahmen Didi Dietrichkeit, Bene Stratthaus, Philipp Michel, Lars Werlich und Dominik Horsthemke die Deckung der Landkölner mit perfekt einstudierten Spielzügen so auseinander, daß denen Hören und Sehen verging. Und wenn die beiden Außen – Didi und Lars – phasenweise durch Max Peter und Guido Brock ersetzt wurden, fügten sich diese nahtlos in die gut geölte Maschinerie ein.

So sehr der Angriff in dieser Phase auch brillierte, noch besser funktionierte die Abwehr – ein für Königsdorf nahezu undurchdringliches Bollwerk. Leichtfüßig verschoben unsere Jungs sich stets in Richtung der Ballführenden, und was trotzdem mal aus dem Rückraum oder den Außenpositionen durchkam, wurde Beute des bärenstarken Neuzugangs im Känguru-Tor, Philipp Zube. Ihm merkte man bei jeder Bewegung an, daß er von einem Oberligisten zu den Kängurus gefunden hatte. Und er ist nur einer in einer Troika nahezu gleichwertiger Torhüter – zusammen mit Sascha Jahn und Daniel Horn.

Am Ende von 20 Minuten Traumhandball stand es 13:3, aber es gab kein jähes Erwachen. Vielmehr glitt die Mannschaft über die Pause hinweg sachte in eine weitere zwanzigminütige Phase einer leichten Überlegenheit, die mit dem 23:13 durch Thomas Stumpp endete und dem Gegner im letzten Drittel des Spiels eine kleine Aufholjagd gestattete. Diese hätte die Startbesetzung sicher nicht zugelassen, doch angesichts der hohen Führung schickte Armin Pennartz nach und nach die ganze Bank aufs Feld. Dadurch kam ein Bruch ins Spiel der Mannschaft, den Königsdorf durch eine extrem offene Deckung zu verstärken wußte. Erst jetzt in der Schlußphase wurde verständlich, warum Königsdorf – zweifelsfrei besser besetzt als in den Vorjahren – nicht nur den HSV Bocklemünd II klar geschlagen, sondern vor kurzem auch einen sensationellen Auswärtssieg bei TUS Ehrenfeld gelandet hatte. Aber es half nichts mehr – näher als auf 7 Tore kamen die Blau-Weißen nicht mehr an die Blau-Schwarzen heran.

Nun reist nach einer einwöchigen Spielpause mit dem HSV Bocklemünd II ein weiterer schlagbarer Gegner zum nächsten Heimspiel in die Halle der Europaschule an. Mit einem Sieg wären die Kängurus von den Abstiegsrängen schon mal ein gutes Stück entfernt und fänden Anschluß an das Mittelfeld der Tabelle. Was sie dazu brauchten, wäre vor allem ein ähnlich kompletter Kader wie der, der in der Herbertskaul gegen Königsdorf zur Verfügung stand.

AUFSTELLUNG / TORSCHÜTZEN:
Philipp Zube (TW 1. Halbzeit), Sascha Jahn (TW 2. Halbzeit), Lars Werlich 7/1, Bene Stratthaus 6/1, Thomas Stumpp 4, Max Peter 3, Sascha Dietrichkeit 3, Guido Brock 1, Daniel Wafers 1, Dominik Horsthemke 1, Matthias Lohoff, Philipp Michel, Yannik Kübber und Daniel Horn (n.e.)

K. Dommermühl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.