Handball-Gala am Raderthalgürtel

 

Tolle Mannschaftsleistung beim 25:21 über TV Leichlingen II

Der Mann heißt Ousse Lajnef, ist 29 Jahre alt und stammt aus Tunesien, wo er mit seinem Stammverein dreimal die tunesische Meisterschaft gewann. Er blickt auf 12 Einsätze bei der Junioren-WM zurück und ist seit 2010 Mitglied der 1. Mannschaft des Leichlinger TV, des Tabellenführers der 3. Bundesliga. Er war an diesem Samstag nach Köln gekommen, um eine Mission zu erfüllen, nämlich die 2. Mannschaft des TVL vor dem Abstieg aus der Kreisliga zu bewahren. Und um dieses Ziel zu erreichen, mußte ein Sieg über die Kängurus her..

Aber nicht nur wegen Ousse Lajnef reiste in die Europaschule eine ganz andere Mannschaft an als die, die Armins Mannen noch am 5. Dezember mit 29:17 aus ihrer eigenen Halle gefegt hatten. Immerhin hatte die runderneuerte TVL-Reserve in der Vorwoche den Tabellenzweiten Rösrath-Forsbach mit einer 32:24-Packung nach Hause geschickt. In dieser Form und in dieser Besetzung gingen die Gäste deshalb leicht favorisiert in das alles entscheidende Match gegen die Kängurus. Diese freilich hatten ebenfalls allen Grund, die Herausforderung mit Selbstbewußtsein anzunehmen. Denn schließlich blickten Sie nach dem grandiosen Fehlstart ins Neue Jahr seit Ende Februar auf eine tolle Serie – u.a. mit Siegen über den Tabellenzweiten Rösrath-Forsbach, den Fünften Bayer Dormagen und einem Unentschieden mit nur 7 Mann beim Tabellendritten TV Wahn – zurück.

Nach kurzem Abtasten und einer 3:1-Führung der Gäste übernahmen die Kängurus bald das Kommando und lagen in der 25. Minute nach Guidos Knaller von der Rechtsaußen-Position schon mit 10:5 in Front, als plötzlich der Wind drehte. In den wenigen Minuten bis zur Pause kamen die Gäste, vor allem dank ihres überragenden tunesischen Mittelmanns, wieder auf 10:8 heran. Als unmittelbar nach der Pause auch noch das 10:9 fiel, machte sich im Fanblock langsam eine verständliche Nervosität breit. Doch nach dem 11:9 durch Stefan Bergmann fingen sich die Schützlinge von Armin Pennartz wieder. Noch eine Weile wogte das Spiel hin und her, aber die Kängurus, mal mit 1 Tor, mal mit zwei Toren vorne, gaben die Führung nun nicht mehr aus der Hand. Beim 19:14 durch Stefan Bergmanns TG, war die 5-Tore-Führung wieder hergestellt. Nun spielten sich die Kängurus in einer ihrer besten Partien der Saison phasenweise in einen Rausch. Die eingespielten Automatismen funktionierten wie im Bilderbuch und führten meist zu Schußchancen auf den Außen-Positionen, die von Guido Brock und Max Peter mit knallharten Schüssen ins hintere Dreieck fast immer genutzt wurden. Aber auch der Rückraum trug durch die raffiniert-verdeckten Schüsse von Bert Thielen, die verzögerten Sprungwürfe von Bene Stratthaus und die Wucht der ‘Pippoischen Explosionen‘ erheblich zur Trefferquote bei, während mit Stefan Bergmann, ausgerechnet der Zweitälteste im Team für die TG-Tore sorgen mußte.

Prunkstück der Mannschaft aber war die Abwehr – mit einem diesmal wieder bärenstarken Sascha Jahn zwischen den Pfosten. Da konnten die Leichlinger Jungspunte wirbeln wie sie wollten, für sie gab es – mit Ausnahme des überragenden Ousse Lajnef – einfach kein Durchkommen. Erst als Bene Stratthaus den Vorsprung der Kängurus in der 56. Minute mit seinem 4. Tor auf 25:18 ausgebaut hatte und nicht mehr der geringste Zweifel am klaren Sieg aufkommen konnte, schluderten Abwehr und Torwart gemeinschaftlich die restlichen Minuten bis zum Abpfiff und gestatteten den Gästen noch eine schmeichelhafte Ergebnis-Korrektur zum Endstand von 25:21.

Dieser Sieg und der gleichzeitige Punktverlust der HGV Hürth bei ihrem 27:27 in Brühl bedeuten für die Unseren, daß sie auch im nächsten Jahr wieder in der Kreisliga spielen und dann vielleicht doch einmal die vorderen Plätze angreifen – wozu sie eigentlich das Talent, die Power, das taktische Rüstzeug und den geeigneten Trainer haben.

Aufstellung / Torschützen:
Sascha Jahn (TW), Steffen Hugenberg (TW), Bert Thielen (7/3), Guido Brock (5), Max Peter und Bene Stratthaus (je 4), Philipp ‘Pippo‘ Michel (3), Stefan Bergmann (2), Max Jentschke, Thomas Stumpp, Matthias Lohoff, Yannik Kübber und Sascha Dietrichkeit.

Klaus Dommermühl

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